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Deutsche Gifte ins Ausland

Neue Daten belegen: Deutsche Pestizidexporte teilweise hochgiftig

01.09.2005 |Sascha Gabizon




Presse-Information
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Hamburg, 25.08.2005

Aus Deutschland werden große Mengen hochtoxischer Pestizide exportiert.
Dies geht aus den heute vom Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit veröffentlichten Daten über Pestizidexporte
hervor. PAN Germany und Brot für die Welt fordern mehr Transparenz,
damit Maßnahmen gegen die oft verheerenden Auswirkungen von
Pestizideinsätzen in Entwicklungsländern gezielter ergriffen werden können.

Aus der neuen BVL-Statistik geht hervor, dass 2004 mehr als 1000 Tonnen
des Pestizids Linuron exportiert wurden. Dieses
Unkrautvernichtungsmittel ist krebsverdächtig, stark wassergefährdend
und greift in das Hormonsystem von Mensch und Tier ein. In Deutschland
ist dieser gefährliche Wirkstoff nicht zugelassen. Gleichzeitig boomt
das Exportgeschäft. Problematisch ist auch der Export der bei uns nicht
zugelassenen Insektengifte Endosulfan, Azinphos-methyl und Fenamiphos.
Als Nervengifte stellen sie gerade unter Armutsbedingungen eine große
Gefahr für LandarbeiterInnen und ihre Familien dar. Das Nervengift
Endosulfan, häufig gegen Insekten im Baumwollanbau eingesetzt, führte
2001 bis Mitte 2003 im kleinen westafrikanischen Land Benin zu 348
Vergiftungen und 50 Todesfällen. Die deutschen Exporte dieses
Problem-Pestizids steigen und überschritten 2004 die Mengengrenze von
über 1000 Tonnen.

"Aufgrund der Gefährlichkeit vieler Stoffe ist es wichtig, dass die
Zielländer der Pestizidexporte gemeldet und öffentlich gemacht werden"
so Carina Weber, Geschäftsführerin von PAN Germany. Dies müsse im Zuge
der aktuellen Novellierung des Pflanzenschutzgesetzes gesetzlich
verankert werden.

Die derzeit veröffentlichten Exportdaten reichen laut PAN Germany und
Brot für die Welt nicht aus. Die Angaben zum Empfängerland seien sehr
wichtig, damit Projekte zur Verringerung der drastischen Probleme bei
der Anwendung gefährlicher Pestizide gezielter durchgeführt werden können.

Die deutsche Pestizidindustrie zählt weltweit zu den Spitzenexporteuren
und trägt somit zu den oft weit reichenden Umwelt- und
Gesundheitsschäden bei, die insbesondere bei der Anwendung von
Pestiziden unter Armutsbedingungen in Entwicklungsländern auftreten.

Hintergrundinformationen:
Broschüre "Für einen gläsernen Pestizidexport"
Fact Sheet "Problemstoff Endosulfan"


Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.   Fon: +49 (0)40-39 91 91 0-0
Nernstweg 32, D-22765 Hamburg    Fax: +49 (0)40-390 75 20
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