WECF Director Germany spoke at anti-nuclear rally Monday March 14 in Munich

"Wir können uns schwer vorstellen wie es gerade in Japan ist. Fassungslos verfolgen wir die apokalyptischen Nachrichten und Bilder in den Medien. Es ist erneut deutlich geworden: die Kernenergie ist nicht beherrschbar – egal wie oft wir die Sicherheit überprüfen"

16.03.2011 | Chantal van den Bossche


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Liebe Münchnerinnen und Münchner,

Mein Name ist Sabine Bock von dem internationalen Umwelt- Frauen- und Gesundheitsnetzwerk WECF – Women in Europe for a Common Future.

Ich beginne mit dem Zitat unsere Kooperationspartnerin Natalia Manzurova, Radiobiologin aus Russland, Liquidatorin/Aufräumarbeiterin nach dem GAU in Tschernobyl bei einer Veranstaltung hier in München erst im vergangenen Dezember: “Versuchen Sie sich doch mal vorzustellen, dass sich jetzt da draußen vor diesem Fenster eine ähnliche Katastrophe ereignet hat. Sie alle müssen diesen Saal sofort verlassen und werden in Bussen fortgebracht. Sie wissen nicht, was mit ihren Familien, ihren Kindern, passiert, Sie müssen alles ausziehen, sie werden gewaschen und bekommen neue – fremde- Kleidung, sie werden nie wieder nach Zuhause zurückkehren.”

So, zur Situation vor fast 25 Jahren in Tschernobyl.

Stellen Sie sich vor, es betrifft uns heute hier am Stachus. Sie alle müssen den Platz sofort verlassen und werden in Bussen fortgebracht. Sie wissen nicht, was mit ihren Familien, ihren Kindern, passiert, Sie müssen alles ausziehen, sie werden gewaschen und bekommen neue – fremde- Kleidung, sie werden nie wieder nach Zuhause zurückkehren.

Wir können uns schwer vorstellen wie es gerade in Japan ist. Fassungslos verfolgen wir die apokalyptischen Nachrichten und Bilder in den Medien. Es ist erneut deutlich geworden: die Kernenergie ist nicht beherrschbar – egal wie oft wir die Sicherheit überprüfen.

Bei der Frage Kernenergie, geht es nicht um Ideologie, sondern das Wahrnehmen und Ernstnehmen der Realität. Und die Realität holt uns jetzt ein.

Eine Realität, die Männer und Frauen in unserem Netzwerk WECF – Women in Europe for a Common Future – leider schon seit Jahrzehnten kennen: WECF arbeitet seit den 90-ziger Jahren mit Opfern der Kernenergie  – mit Kommunen nahe von Uranminen, Atomtestgebieten, Opfern von Tschernobyl und Mayak. Mit sehr mutigen Männern und Frauen, die unter Einsatz ihres Lebens über die Gefahren aufklären.

Der gesamte Kreislauf des Urans, der Resource benötigt für den Betrieb von Kernkraftwerken, hinterlässt mit all seinen Konsequenzen zerstörerische Spuren, für unsere Gesundheit und unsere natürlichen Lebensgrundlagen - jetzt und für Tausende von Jahren. Selbst in geringen Dosen verursacht Radioaktivität Krankheiten wie Krebs/Leukämie.

Doch werden wir nun endlich die Konsequenzen ziehen? Eine Technologie, die so vernichtend wirkt wie die Kernenergie darf nicht genutzt werden. Die Laufzeitverlängerungen in Deutschland sind ein verheerendes Signal für andere Länder. Gerade wir müssen zeigen, dass ein Umstieg zu einer kernenergiefreien energie- und emissionsarmen Wirtschaft möglich ist.

Weltweit gesehen ist die Kernkraft unbedeutend für die Energieversorgung:
Trotz Investitionen in Milliardenhöhe und 50 Jahre der Entwicklung und Forschung, stellt die Kernenergie nur 2% des weltweit gesamten EndEnergieverbrauchs (Strom) dar - Energie aus erneuerbaren Quellen dagegen bereits etwa 20%.

Mit der Kernenergie wird Geld verschleudert, das an anderer Stelle sinnvoll und notwendig ist – nämlich im Einsatz für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Diese ersetzen bei gleichen Kosten ein Mehrfaches an CO 2 und führen viel schneller zur gewünschten CO2-Minderung. Wir müssen uns einsetzen für eine sichere, lebenserhaltende Energie für heute und morgen!


Nachbericht Anti Atom Demo Greencity (in Deutsch)

Demorede Sabine Bock (in Deutsch)


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