Informationsaustausch Geht in die Nächste Runde

Bereits seit 2008 gibt es sehr intensive Kontakte zwischen dem Netzwerk UNSER LAND und internationalen Gruppen, speziell aus Polen, die sich über das bayerische Vorzeige-Model informieren wollen.

08.08.2011 | WECF


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Bereits seit 2008 gibt es sehr intensive Kontakte zwischen dem Netzwerk UNSER LAND und internationalen Gruppen, speziell aus Polen, die sich über das bayerische Vorzeige-Model informieren wollen. Verschiedenste Gruppierungen waren schon zu Besuch. Auch eine bayerische Delegation mit Vertretern von DACHAUER LAND konnte sich 2009 davon überzeugen, dass Regionalität und Solidarität z.B. in der Region Masowien (nahe Warschau) zunehmend eine Rolle spielt.

Organisiert werden diese Kontakte seit jeher durch WECF (Women in Europe for a Common Future) in Kooperation mit UNSER LAND und SIE (Sozialökologisches Institut Warschau). Finanziert durch Mittel der Europäischen Union.

Diesmal kam zu den polnischen Gästen auch eine kleine Gruppe aus Frankreich, darunter ein Bürgermeister ein Landwirt sowie die Direktorin von WECF Frankreich, die ebenfalls schon sehr viel von UNSER LAND gehört hatten und sich jetzt vorort mit Vertretern des Netzwerkes austauschen wollte.

Einen ganzen Tag verbrachte die 13 köpfige Gruppe im DACHAUER LAND damit, sich bei Landwirten, Handwerkern, Logistikern und Vertretern der Solidargemeinschaft über den Aufbau und aktuellen Stand von UNSER LAND zu informieren.



Michaela Steiner 1. Vorsitzende von DACHAUER UND UNSERL LAND hatte ein überaus interessantes Programm für die Besucher zusammengestellt. Sie begrüßte die Gäste bei einer bayerischen Brotzeit in der Bäckerei Denk. Zusammen mit Bäckermeister Peter Denk stellte sie nicht nur die Zusammenarbeit mit dem Handwerk, allen voran den Bäckern, sondern auch die gesamte Arbeit der Solidargemeinschaft DACHAUER LAND und des Netzwerkes UNSER LAND vor. Die Gäste zeigten sich sehr beeindruckt von der engagierten und professionellen Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Mitglieder des gesamten Netzwerkes. Sie nutzten die Gelegenheit zu Fragen und Diskussion sehr ausgiebig. Es war immer wieder deutlich zu spüren, das sowohl die Vertreter aus Polen – Metzger, Landwirte, Vermarkter, als auch aus Frankreich großes Interesse am Aufbau eines ähnlichen Models in ihrer Heimat haben.

Neben der Bäckerei Denk konnten sich die Gäste auf dem Betrieb der Familie Großmann-Neuhäusler ein eindrucksvolles Bild über die Erzeugung der leckeren Sauerkonserven und in der Würmmühle mit Herrn Kraus Senior über die Herstellung der zahlreichen Mehlsorten aus der Region machen. Auch die Führung durch die Tengelmann-Filiale in Dachau, mit Beatrice Rieger, Marktbetreuerin von UNSER LAND und der Besuch bei Familie Doll in Bergkirchen, die nicht nur Kartoffeln für DACHAUER LAND erzeugen, sondern auch Lager und Logistik für den Landkreis betreuen, bot viele Möglichkeiten für Fragen und Diskussionen. Wovon die Teilnehmer rege Gebrauch machten.



"Unser Hauptziel ist es, Landwirte und Produzenten zu aktivieren, Netzwerke für eine innovative Zusammenarbeit zu bilden. Sie bei der Vermarktung ihrer Produkte, die nachhaltig erzeugt und verarbeitet wurden zu unterstützen. Es gibt 1,7 Millionen Betriebe in Polen und 90% von ihnen sind traditionell kleine Familienbetriebe. Daher haben wir noch eine große Vielfalt von Kultur-Pflanzen und einheimischen Nutztier-Rassen. Ein großes Potenzial für qualitativ hochwertige, regionale Bio-Produkte. Diese Biodiversität und auch vielen traditionellen Bauernhöfe brauchen wir. Wir müssen die Entscheidungsträger und Verbraucher beeinflussen. Und wir müssen lernen, auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene zusammenarbeiten“, so Elzbieta Priwieziencew vom Social Ecological Institute (SIE), einem WECF Partner und Co-Organisator des Besuches.

Einen würdigen Abschluss fand der Tag dann beim Abendessen mit regionalen Köstlichkeiten von UNSER LAND Erzeugern, die sich alle im Maisacher Bräustüberl nur zu gerne schmecken ließen.

Wehren des Besuchs hatten die Gäste die Gelegenheit, das Vorzeigemodell der symbiotischer Landwirtschaft und die Herrmannsdorfer Landwerkstätte kennenzulernen: „In einer Zeit, da uns das Vertrauen in unser tägliches Brot und das Wissen um den Ursprung unserer Lebens-Mittel abhanden gekommen sind, gehen die Herrmannsdorfer Landwerkstätten zurück zu den Wurzeln, den überlieferten naturgemäßen Formen des Ackerbaus, der Viehzucht, der Lebensmittelverarbeitung und zu einer gesunden, bewussten Ernährungsweise“ – Fakten die uns tragen, Herrmannsdorfer Landwerkstätten (link: www.herrmannsdorfer.de). Im Anschluss hatten die Gäste die Gelegenheit sich mit dem Gründer Herr Karl Ludwig Schweisfurth über seine Ideen, Konzepte und neue Projekte zu unterhalten und um sich inspirieren zu lassen.

Alle waren sich einig, dass dieser Austausch weitergeführt werden soll und auch die Menschen um Warschau und Annemasse künftig Lebensmittel mit dem Motto „Weil wir wissen wo´s herkommt!“ bevorzugen werden.


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