TV Report: Gefahr unterm Weihnachtsbaum
Gift im Spielzeug - Interview with Alexandra Caterbow from WECF
08.12.2010 | ZDF - German TV
Weihnachten steht vor der Tür und die Spielzeugindustrie hofft auf gute Geschäfte. Doch in vielen Plüschtieren, Holzspielzeug oder Babypuppen lauern unsichtbare Gefahren, so genannte polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe - kurz PAK.
TV Report: Gefahr unterm Weihnachtsbaum
Einige können Krebs erregen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung schädigen. Seit Jahren fordern Wissenschaftler schärfere Grenzwerte, versprechen Politiker bessere Gesetze. Doch das Gegenteil geschieht: In der neuen EU-Spielzeugrichtlinie sind viele Grenzwerte für die gefährlichen
PAK- Stoffe sogar noch höher als zuvor. Und die Politik in Deutschland schaut weiterhin zu, wie Industrie und Handel gefährliches Spielzeug in Umlauf bringen.
Spielzeugrichtlinie ist unzureichend
Experten wie der Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung Warentest, Holger Brackemann, halten die rechtlichen Regelungen bezüglich krebserregender Stoffe im Kinderspielzeug für völlig unzureichend. Damit könne man die Gesundheit der Kinder nicht wirksam schützen, sagte Brackemann im Frontal21-Interview. Er warnt: "Je mehr ein Kind mit diesen Stoffen exponiert wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann im Laufe seines Lebens, eine solche Erkrankung bekommt."
Deshalb fordert Brackemann, die Spielzeugrichtlinie nachzubessern und den aktuellen Erkenntnissen anzupassen.
Auch Alexandra Caterbow von der Organisation Women in Europe for a Common Future (WECF) kritisiert die überarbeitete Spielzeugrichtlinie der EU. Im frontal21-Interview spricht die Expertin für Spielzeug von einer ¿Riesenenttäuschung für die Verbraucher.¿ Die Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Stoffe wie PAK seien viel zu hoch. Hier werde im Interesse der Industrie Politik gemacht, so die Verbraucherschützerin.
Dabei könnte Deutschland im nationalen Alleingang PAK in Spielzeugen verbieten. Das hätten Länder wie Frankreich und Dänemark beim Verbot von Bisphenol in Babyflaschen vorgemacht. Doch auch die Wirtschaft habe aus Sicht von Caterbow größtenteils versagt. Es sei ein Rätsel, warum die Industrie sich einer Selbstverpflichtung verweigere und nicht veranwortungsvoll handle.








































