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Chemie im Spielzeug

Worin besteht das Problem?

Viele Spielsachen enthalten synthetische Chemikalien, die Ihre Kinder krank machen können. In Plastikspielzeug finden sich gefährliche Weichmacher, die das Hormonsystem schädigen können, in geleimten Holzpuzzles Krebs erregendes Formaldehyd oder in Teddybären gesundheitsschädliche Flammschutzmittel. Dies ist besonders zynisch, da unabhängige Tests bestätigen, dass fast alle dieser gefährlichen Chemikalien durch sichere ersetzt werden können.

Allgemeine Tipps

  • Weniger ist mehr! Kaufen Sie weniger Spielzeug in besserer Qualität.

  • Kaufen Sie kein Spielzeug, das chemisch oder parfümiert riecht oder sich unangenehm anfühlt.

  • Achtung: Die CE-Kennzeichnung richtet sich an die Behörden. Sie ist lediglich eine verpflichtende „Selbsterklärung des Herstellers“, dass er die Bestimmungen der EU einhält. Für Eltern ist das Zeichen wertlos.

  • Achten Sie stattdessen auf unabhängige Zeichen wie zum Beispiel das GS-Zeichen. Diese unabhängigen Stellen prüfen die Spielwaren und überwachen auch deren Produktion.

  • Sehr empfehlenswert ist das Label „spielgut“. Hier zeichnet ein unabhängiger Verein von Schadstoffen freies, wert- und sinnvolles Spielzeug aus. Liste erhältlich.

  • Informieren Sie sich bei der Zeitschrift ÖKO-TEST und Stiftung Warentest.

  • Achten Sie darauf, dass sich keine Teile vom Spielzeug ablösen und verschluckt werden können.

  • Packen Sie neues Spielzeug aus und lassen Sie es im Freien ausdünsten.

Puppen

Puppen bestehen oft aus Plastik, Plüsch und Füllmaterial, tragen Kleider und Schmuck oder haben elektronische Teile im Innenkörper. Sie können daher sehr viele verschiedene gefährliche Inhaltsstoffe enthalten. In einem Test der ÖKO-TEST-Ausgabe 01/2009 fielen elf der fünfzehn getesteten Puppen durch.

Tipps!

  • Achtung bei kleinen Püppchen! Sie gelten als Dekoartikeln. Gesetzliche Grenzwerte gelten hier nicht

  • Bevorzugen Sie Stoff- oder Waldorfpuppen

  • Waschen Sie Stoffpuppen vor dem Gebrauch

Kuscheltiere

Dazu zählen Teddybären, Plüsch- und Stofftiere. Gerade langhaarige Tiere und solche mit synthetischem Fell können Allergene und gefährliche bromierte Flammschutzmittel zum Schutz vor schneller Entzündlichkeit enthalten. Auch können Fasern verschluckt werden. Im ÖKO-TEST Jahrbuch von 2009 wurden von 24 Kuscheltieren sieben mit „ungenügend“ bewertet.

Tipps!

  • Bevorzugen Sie Produkte von Natur-Textilfirmen und achten Sie auf das Öko-Tex-100-Siegel

  • Waschen Sie das Produkt vor der Verwendung

  • Vermeiden Sie überflüssige Kuscheltiere, zum Beispiel Werbegeschenke oder Dekoartikel.

Holzspielzeug

Es gibt viele Spielzeuge aus Holz wie Holzpuzzle, Bauklötze, Puppenhäuser, Kaufläden. Davon können einige absolut unproblematisch sein, wie Vollholz-Klötze, andere aber extrem bedenklich. So konnte ÖKO-TEST 01/2010 kein einziges der getesteten Holzpuzzle empfehlen. Vor allem geklebtes Holzspielzeug enthält oft krebserregendes Formaldehyd. Vorsicht bei lackierten Oberflächen, denn darin können sich Blei oder andere Schwermetalle befinden.

Tipps!

  • Kaufen Sie Vollholz-Artikel

  • Kaufen Sie Spielzeug, das am besten unlackiert oder gewachst ist

Plastik

Weiche Plastikspielsachen wie Gummitiere oder aufblasbares Spielzeug müssen erst mit hormonschädigenden Phthalaten (Weichmacher) biegsam gemacht werden. Spielzeug aus Hartplastik ist insofern empfehlenswerter, weil es meist phthalatfrei ist. Es kann jedoch Schwermetalle und andere Schadstoffe enthalten. Einen wahren Chemiecocktail fand ÖKO-TEST 12/2009 jedoch in allen getesteten Plastikfiguren.

Tipps!

  • Achten Sie auf die Kennzeichnung „PVC-frei“, „BPAfrei“ oder „Phthalat-frei“

  • Vermeiden Sie „chemisch“ riechende Produkte

Farben und Kosmetik

Dazu gehören Stifte, Farben, Knete, Fingerfarben oder Kosmetik-Sets, in welchen Blei, Formaldehyd oder Weichmacher enthalten sein können. Die zeitschrift test der Stiftung Warentest hat in Ausgabe 09/2008 zum Beispiel festgestellt, dass fast jeder zweite getestete Buntstift in der Lackschicht hormonwirksame Weichmacher enthielt.

Tipps!

  • Kaufen Sie keine parfümierten Spielsachen, denn Duftstoffe können unheilbare Allergien auslösen

  • Bevorzugen Sie Produkte mit Lebensmittel- oder Pflanzenfarben und ohne

  • Konservierungsstoffe

Elektronisches Spielzeug

Zu dieser Gruppe zählen batteriebetriebene und elektronische Produkte wie Gameboys, Spiele, Elektroautos, Rennbahnen oder Computer. Neben bromierten Flammschutzmitteln sind auch Batterien ein Problem, denn die giftigen Flüssigkeiten, die in ihnen stecken, können Vergiftungen auslösen.

Tipps!

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