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Umwelteinflüsse und Brustkrebs

WECF-Vortrag bei der Offenen Akademie in Gelsenkirchen

06.10.2011 | Dr. Silvia Pleschka




Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland erkranken rund 58.000 Frauen pro Jahr an Brustkrebs, 17.500 Frauen sterben an den Folgen dieser Erkrankung.
Wenn es um die Krankheit geht, dann meistens um ihr medizinisches Management. Die öffentliche Darstellung von Brustkrebs ist fokussiert auf die Angebote zu  Früherkennungsuntersuchungen, die sogenannte „Sekundärprävention“.

Die Auseinandersetzung von Frauen mit dieser Krankheit hat eine lange Geschichte. Seit dem Ende der 1990er Jahre war die Diskussion bestimmt von der Auseinandersetzung und Etablierung des Mammographie-Screenings in Deutschland. Mit enormen Anstrengungen sind Versorgungsstrukturen in Deutschland umgekrempelt worden. Zielsetzung war es, eine Senkung der Brustkrebssterblichkeit zu erreichen. Sind die damit erreichten Veränderungen jetzt ausreichend und im Interesse von Frauen?

Die Etablierung des Mammographie-Screenings war und ist nicht unumstritten. Die Datenbasis, die den Erfolg eines bevölkerungsbezogenen Mammographie-Screenings belegen soll, ist nach Ansicht der KritikerInnen – zu denen beispielsweise die in Bezug auf Auswertung klinischer Forschung in einer evidenzbasierten Medizin spezialisierte international renommierte Cochrane Collaboration gehört – unzureichend, eine Senkung der Brustkrebssterblichkeit sei nicht zu erwarten.

Kritiker halten einem Mammographie-Screening-Programm entgegen:
-    mehr und nicht etwa weniger Brustamputationen
-    keine Senkung der Sterblichkeit
-    gesundheitliche Schäden durch Röntgenstrahlung
-    falschpositive, wie auch falschnegative Befunde
-    Brustkrebs, der klinisch nie relevant würde, wird diagnostiziert
-    Vorverlegung des Diagnosezeitpunkts verlängert Leidens-, nicht aber zwangsläufig auch die Lebensqualität und Lebenszeit.

In Deutschland wird Frauen heute das weltweit größte Mammographie-Screening-Programm angeboten. Die skandinavischen Länder, die Frauen bereits sehr viel solche früher Programme zur Brustkrebsfrüherkennung angeboten haben, sind im Vergleich der Einwohnerzahlen sehr viel kleiner. Schweden hat etwa 9,5 Mio Einwohner. In Deutschland leben allein über 10 Millionen Frauen in der Altersgruppe zwischen 50 und 70 Jahren, die einen Anspruch auf die Programmteilnahme haben. Die USA bieten kein bevölkerungsbezogenes Screening-Programm an. Mammographien zur Früherkennung in den USA werden auf individueller Basis zwischen Frauen und Ärzten durchgeführt (sog. „graues Screening“).

Das Marmographie-Screening nutzt ionisierende Strahlung, die ihrerseits Krebs verursachen kann, auch wenn Fachgesellschaften und auch Gesundheitspolitik gegenwärtig den Nutzen des Screenigs betonen.2

Ansätze wie die Vermeidung von Brustkrebs oder auch nur die Vermittlung von international gewonnenen Forschungsergebnissen, die im Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs stehen, finden in Deutschland kaum Beachtung und praktisch keinen Zugang in die öffentliche Diskussion.

Der sichtbare Anstieg der Fallzahlen war eine der Prognosen der Kritiker des Mammographie-Screenings. Auch lässt die Qualität der Krebsregistrierung in Deutschland nach wie vor zu wünschen übrig. So ist es ein Problem, dass für die Zeit vor dem Start des Mammographie-Screening-Programms keine vollständigen Zahlen verfügbar sind und auch heute noch mit Hochrechnungen gearbeitet wird.

Aktuell verfügbare Zahlen zur Senkung der Sterblichkeit durch Mammographie-Screening
Erkrankungsraten und Brustkrebssterblichkeit in Deutschland entsprechend GEKID-Atlas: http://www.ekr.med.uni-erlangen.de/GEKID/Atlas/CurrentVersion/Inzidenz/atlas.html

Den Vortrag in voller Länge können Sie hier downloaden.

Kontakt:
Dr. Silvia Pleschka, Chemikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin von Women in Europe for a Common Future e.V. (WECF)


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