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Mathe-Nachhilfe für Wirtschaftsminister Rösler

Rechenkünste der Regierung gefährden Energiewende

21.09.2012 | klima-allianz deutschland




Die klima-allianz deutschland zog am heutigen Freitag vor das Bundeskanzleramt, um Mathe-Nachhilfe für den Wirtschaftsminister Rösler zu geben: Im Gepäck Braunkohlekraftwerk, Windrad, Photovoltaik-Panel und die echten Stromkosten der Energiewende! Die Aktion war zugleich Auftakt für den bundesweiten Klima-Aktionstag 2012, der am 22.09.2012 stattfindet.
 
Berlin, 21.09.2012. Die klima-allianz deutschland appelliert mit ihrer Aktion an die Bundesregierung, die Energiewende nicht weiter zu blockieren. Denn aus der Zivilgesellschaft erfährt die Energiewende eine breite Zustimmung, wie die mehr als 110 Mitglieds­organisationen der klima-allianz bekräftigen. Die nur kurzfristig und teuer-gerechneten Kalkulationen der Bundesregierung zu den angeblichen Kosten der Energiewende gefährden die Wende. Insbesondere von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gibt es seit Jahresbeginn ausnahmslos Vorschläge, die die eben erst begonnene Energie­wende bremsen oder zum Erliegen bringen sollen, kritisiert z.B. die Deutsche Umwelt­hilfe (DUH, 09/2012).
 
Die klima-allianz zeigt der Bundesregierung jetzt mit ihrer Auftaktaktion zum Klima-Aktionstag die wahren Kosten der Energiewende. Denn schon heute und auch künftig sind Erneuerbare günstiger als Kohle und Atom. Die Studie „Was Strom wirklich kostet“ des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) zeigt: Zwar finden sich die Kosten der Erneuerbaren per EEG-Umlage auf der Stromrechnung wieder, wesentliche Kosten der Stromerzeugung aus Atom und Kohle jedoch nicht. Swantje Küchler, Energieexpertin beim FÖS rechnet vor:  „Wenn diese zusätzlichen Kosten der konventionellen Energieträger wie beim EEG ebenfalls auf die Endverbraucher umgelegt würden, läge diese„Konventionelle-Energien-Umlage“ bei 10,2 Cent /kWh“  (im Vergleich zu derzeit 3,6 Cent/kWh für erneuerbare Energien, Daten für 2012).
 
Die Bundesregierung darf mit ihren Rechenkünsten nicht länger die Energiewende gefährden, sonst steht Deutschland bald nicht mehr in der ersten Reihe der Energiewendeländer. Denn Frankreich will jetzt seine Energiewende forcieren, Japan fördert die Erneuerbaren stark, Spanien beschließt stärkere Besteuerung von fossiler und nuklearer Energie, um nur einige Beispiele zu nennen. „Die Vorgehens­weise in Sachen Energiewende ist hochrelevant für alle gesellschaftlichen Gruppen. Die Bürger haben ein Anrecht darauf, dass die Regierung mit den für sie  relevanten Daten arbeitet - und nicht mit den Zahlen, die die großen Energiekonzerne gerne hätten“, so Dr. Katharina Reuter, Leiterin der Geschäftsstelle klima-allianz deutschland.
 
Bei der Umsetzung der Energiewende muss die begrenzte Leistungsfähigkeit einkommensschwacher Haushalte (20% aller Haushalte) besondere Berücksichtigung finden. Diese Bevölkerungs­gruppe darf weder von Maßnahmen der Energiewende (wie z. B. Gebäudesanierungen, Effizienztechnik in Haushalten) abgekoppelt werden, noch durch hohe, nicht kompensierbare Energie- und Mietkosten über Gebühr belastet werden, so dass sich die soziale Spaltung vergrößert. Hier müssen ggf. Ausgleichs­maßnahmen geschaffen werden.
 
Der Klima-Aktionstag am 22.09.2012 steht unter dem Motto „Wir sind Energiewende“. Deutsch­land­weit werden öffentlichkeitswirksame Aktionen veranstaltet, siehe www.klima-bewegen.de
 
Die klima-allianz deutschland ist das breite gesellschaftliche Bündnis für Klimaschutz, bestehend aus mehr als 110 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung, Kirche, Jugend, Tierschutz, Verbraucher­schutz und Gewerkschaften. Weitere Informationen unter www.klima-allianz.de
 
Für Rückfragen:
Dr. Katharina Reuter, Leitung Geschäftsstelle klima-allianz, reuter@klima-allianz.de, 0178-4481991

Theresa Klostermeyer, Koordinatorin Klima-Aktionstag, klostermeyer@klima-allianz.de, 0177-5384562

Swantje Küchler, Expertin für Energiepolitik, FÖS, swantje.kuechler@foes.de, 030-76 23 991-50
 

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