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Antibiotikarückstände im Grundwasser

Auch kleine Mengen Grund zur Besorgnis

07.04.2014 |




Photo: Thomas Max Müller (pixelio)

Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes untersuchte die Grundwasserbelastung mit Antibiotika und Antiparasitika an Standorten mit hoher Viehbesatzdichte. In nur wenigen Fällen konnte eine geringe oder hohe Konzentration von Antibiotika im Grundwasser nachgewiesen werden. Dennoch sind diese Ergebnisse kein Grund zur Entwarnung.

Der Einsatz von Tierarzneimitteln (TAM) in der modernen Intensivtierhaltung ist weit verbreitet. Die Tiere leben häufig auf engem Raum, müssen immer höheren Produktionsansprüchen gerecht werden und sind durch die Trennung von Aufzucht und Mast mehr Stress ausgesetzt. Diese Lebensumstände schwächen die Gesundheit der Tiere, wodurch sie anfälliger für Infektionen sind. Diese Infektionen wiederum werden durch die Verabreichung von Antibiotika oder Antiparasitika behandelt.

DieseStoffe verbleiben nur teilweise im Organismus de Tieres, 60-80% der Wirkstoffe werden wieder ausgeschieden. Durch die Verwendung dieser Ausscheidungsprodukte (z.B. Jauche, Gülle, Stallmist) als Düngemittel gelangen Rückstände der Wirkstoffe auf landwirtschaftliche Nutzflächen. Diese Rückstände können durch den Boden in das Grundwasser sickern oder aber an oberiridische Gewässer angeschwemmt werden.

Auch wenn die Studie in nur wenigen Proben eine geringe bzw. hohe Konzentration an Antibiotika Rückständen nachweisen konnte, stellen die Befunde noch lange keinen Grund zur Entwarnung dar. Die Schlussfolgerung die aus den Resultaten gezogen werden kann lautet dann auch: Belastung des Grundwassers durch Antibiotika ist nicht nicht weit verbreitet, aber findet dennoch unter besonders ungünstigen Verhältnissen statt.

Auswirkungen von übermäßigem Antibiotikagebrauch in der Landwirtschaft
Mit ansteigender Antibiotikaverwendung steigt auch die Gefahr der Resistenzbildung. Infektionen mit multiresistenten Keimen können häufig nur schwer behandelt werden. Desweiteren können die Wirkstoffe aus TAM ihren Weg durch den Boden finden und dabei die Bodenfunktion negtaiv beeinflussen. Außerdem können die Wirkstoffe bei Eintritt in das Grundwasser auch in andere Umweltkreisläufe (wie zum Beispiel die Nahrungskette) gelangen.


Tierarzneimittelrückstände im Grundwasser sind bisher kaum untersucht worden. Außerdem enthält die Deutsche Trinkwasserverordnung bis jetzt noch keinen TAM Grenzwert. Die Einführung eines Grenzwertes ist aus Sicht von WECF jedoch dringend erforderlich.

Links:
- Publikation des Umweltbundesamtes
- Stellungnahme des Pestizid Aktions-Netzwerkes