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Energieeffizienz-Training in Kiew

Möglichkeiten und Maßnahmen für kommunale und private Gebäude werden im Rahmen des NAKOPA-Projektes vorgestellt. Das Training ist der erste Baustein verschiedener Qualifizierungsmodule.

18.01.2018 |



Teilnehmer des Trainings in Kiew.
Bild: Teilnehmer des Trainings in Kiew.

Im Rahmen des NAKOPA-Projektes fand vom 11.-13.12.2017 eine Veranstaltung mit einem zweitägigen Training in Kiew zum Thema „Energieeffizienz in kommunalen Gebäuden“ statt – der erste Teil einer Reihe von Qualifizierungsmaßnahmen.

In dem NAKOPA-Projekt kooperiert München mit dem Energieeffizienz-Zentrum Kiew, das zur Aufgabe hat, Fachkräfte und die Bevölkerung zu informieren und zu beraten. Damit entsteht ein Erfahrungs- und Wissenspool für Energieberatung, energieeffiziente Gebäudesanierung und Energiesparmaßnahmen. Bis Juli 2018 soll in Kiew eine dauerhafte Beratung zu Energieeffizienz für Privathaushalte, Unternehmen und Kommunen etabliert und ein lokales Know-how-Netzwerk aufgebaut werden. Vorgesehen ist ein zielgruppenspezifisches Kommunikationskonzept für das Energieeffizienz-Zentrum Kiew zu erarbeiten und mindestens ein Element daraus umzusetzen. Darüber hinaus wird ein Know-how-Netzwerk für Fachkräfte aus Handwerk, Planung und Verwaltung aufgebaut, in dem sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen, qualifizieren und eng mit dem Energieeffizienz-Zentrum zusammenarbeiten können.

Am 11.12. fand ein vorbereitendes Treffen zum Training mit Vertretern der Stadt München, WECF und der Stadt Kiew sowie den Trainern statt: Katharina Habersbrunner (WECF), Jacklina Kostic (Stadt München), Gerhard Schmid (EURA), Oleksandra Gumeniuk (Stadt Kiew), Vladislav Nikolai, Maria Adomaytis (internationale Abteilung des Kiewer Stadtrates), Alexey Kormuk (Trainer), Vira Radchenko (Leiterin der Abteilung für die Entwicklung der Kommunalwirtschaft), Vadym Lytvyn (Trainer), Igor Plashkin (Übersetzer). Das Ziel dieses Treffens war es, die Ergebnisse des Projekts sichtbar zu machen und die nächsten Schritte zu planen, mit den Hauptfragen: welche Maßnahmen sollen bis Juli 2018 wie umgesetzt werden?

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde berichteten beide Arbeitsgruppen des Projekts „Energieeffizienz-Netzwerk“ und „Kommunikation“.
Aus dem Bericht des Energieeffizienz-Netzwerks gingen drei Veranstaltungen im Rahmen des Netzwerks hervor, die mitorganisiert und besucht wurden (Europa-Tag, Kiew-Tag und Energieeffizienz-Konferenz). Die Veranstaltungen behandelten die Themen Umwelt und Energieeffizienz. In der zuletzt durchgeführten (Vorbereitung für  Gründungssitzung des Energieexperten-Netzwerkes) wurden v.a. die juristischen Anforderungen des Netzwerks geklärt. Das Netzwerk wird als NGO gegründet, muss registriert werden. Vorstand und Beirat müssen hierfür in einer Gründungsversammlung gewählt werden. Der Netzwerkname lautet: „KNEEC - Kyiv Network of Energy Efficient Competences“.

Es wurde auch eine neue Internetseite erläutert, in der die Akteure Feedback von potentiellen Netzwerknutzern bekommen hatten. Diese hätten gerne eine Suchmaschine für Kunden, die nach einem für sie relevanten Experten suchen können. Die Internetseite ist bereits entwickelt inklusive Suchmöglichkeiten, jedoch muss diese noch bearbeitet und verbessert werden. Ein Anbieter wurde dafür engagiert und ist bereit die Internetseite bis Juni 2018 zu umzusetzen.
Im Rahmen des Arbeitspaketes „Kommunikation“ gibt es neue Ansprechpartner von der Stadtverwaltung Kiew, die sich in das Kommunikationskonzept einarbeiten und die Maßnahmen umsetzen werden.

Im Anschluss wurde die Agenda für das Training für 12. Und 13. Dezember final festgelegt, an dem die drei Trainer – Gerhard, Vadym und Alexey – Vorträge und Inputs zu Themen rund um Energieeffizienz geben werden. Da die Zielgruppe heterogen ist, wurde der Fokus auf Maßnahmen, Effekte und Kosten gelegt. In darauffolgenden Gruppenbesprechungen besprachen die Trainer die Agenda und Vertreter von WECF, der Stadt München und der Stadt Kiew diskutierten über weitere Schritte des Projekts. Den Trainers war es sehr wichtig, neben den theoretischen Informationen auch Praxisbeispiele zu besichtigen und anhand konkreter Anforderungen, energieeffiziente Maßnahmen zu planen und zu bewerten.

 

Trainingstag 1: 12. Dezember 2017

Der erste Tag des Trainings, im Rathaus der Stadt Kiew, begann mit einer Einleitung seitens WECF und der Stadt Kiew. Katharina Habersbrunner von WECF berichtete über das Netzwerk und das Projekt, die Agenda sowie die geplante Weiterführung des Projekts.

Bild: Vira Radchenko über das Netzwerk von der Stadt Kiew. (Katharina Habersbrunner, Igor Plashkin, Gerhard Schmid im Hintergrund.)

Im ersten Vortrag des Trainings des ukrainischen Trainers Vadym verschaffte er den Teilnehmern einen sehr guten Überblick über Energieeffizienzmaßnahmen sowie Maßnahmen für Verbraucher und Gebäudebesitzer für verschiedene Gebäudetypen (kommunale Gebäude, Wohngebäude, kommerzielle Gebäude).

Der zweite Vortrag von Alexey Kormuk behandelte das Contracting-Modell in öffentlichen Gebäuden. In diesem Modell wird ein sogenannter ‚Contractor‘ für ein kommunales Gebäude (z.B. Schule) engagiert, der Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäude durchführt und dabei Anteile der gesamten Einsparungen erhält.  Herr Kormuk ging auch auf weitere Punkte des Contracting ein, wie etwa Phasen der Umsetzung, potentielle Contracting-Projekte und Ergebnisse aus Kiew und der Ukraine sowie Ansätze zur Finanzierung der Energieeffizienz-Maßnahmen.

Nach einer Mittagspause wurde Heizungskeller des Rathauses von den TeilnehmerInnen hinsichtlich Energieeffizienz beleuchtet. Hier wurden die aktuellen Gegebenheiten im Rathaus bezüglich der Beheizung und Wärmedämmung genauer untersucht. Danach präsentierte Gerhard Schmid über Energieeffizienz in kommunalen Gebäuden mit Impulsen aus Deutschland und bestimmten Beispielen aus München (positive sowie auch negative). Er betonte, dass es durch die immer weiter steigenden Energiekosten, besonders wichtig ist, sich von nicht-erneuerbaren Energieträgern unabhängig zu machen. Weitere Themen, die behandelt wurden, waren Kraft-Wärme-Kopplung (in der Strom & Wärme gleichzeitig erzeugt werden), Fernwärme und Rücklauftemperatur und der Hydraulische Abgleich, die anhand von Beispielen aus München und Umgebung veranschaulicht wurden, sowie der Leitfaden für Naturdämmstoffen der Stadt München.



Trainingstag 2: 13. Dezember 2017

Der zweite Tag des Trainings startete mit einer zweistündigen Exkursion in einer lokalen Grund- und Mittelschule. Dort wurden Heizkeller, Schulzimmer und das Dachgeschoss mit besonderem Augenmerk auf Wärmedämmungen und Rohrleitungen besichtigt und vor Ort kritisch diskutiert.

Bild: Die Exkursionsgruppe in der Schule. Gerhard Schmid erläutert den Vergleich von verschiedenen Rohrsystemen.

Nach der Besichtigung wurde auf Ukrainisch (d.h. ohne Übersetzung) die neue Website vorgestellt sowie ein Vortrag zur gesetzlichen Perspektive des Contracting gehalten. Anschließend referierte Gerhard Schmid zu Lüftungsmöglichkeiten und -anlagen mit Bespielen aus Deutschland und Anwendungsmöglichkeiten für Kiew. Anschließend wurde die Exkursion zur Schule zusammengefasst und Sanierungsvorschläge aus der Runde bei einem gemeinsamen Brainstorming eingeholt und diskutiert.
Als Abschluss des Trainings wurden Feedback und Anmerkungen von den Teilnehmern eingeholt sowie die Zertifikate zur erfolgreichen Teilnahme verteilt. Zusammenfassend war das Feedback sehr positiv. Das Thema Finanzierung wurde von den Teilnehmern als weiteres Schwerpunktthema gewünscht. Mindestens ein weiteres Training ist im Rahmen des Projektes geplant.


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