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Wie können wir die Plastikfluten besiegen?

#StopUngleichheit

07.09.2018 |





#StopUngleichheit
Bloggerin von PlastikFreiLeben zu SDG 14 - Verschmutzung unserer Gewässer 

Charlotte Schueler,     
Bloggerin bei PlastikfreiLeben.de


Wieso hast du dich entschieden ohne Plastik zu leben?

Meine Mutter hatte sich mit dem Thema beschäftigt und einen plastikfreien Laden eröffnet. Die Produkte bei ihr Zuhause wurden immer weniger, was ich zu Beginn gar nicht richtig verstanden hatte, aber dann nach und nach ist mir der Plastikmüll immer mehr aufgefallen. Dazu kursierten sehr viele Fotos von verstorbenen Vögeln mit Plastikmägen im Internet. Dann habe ich vor 5 Jahren angefangen nach Alternativen zu schauen und coole Produkte entdeckt, und hab mich langsam umgestellt ohne mich unter Druck zu setzen. 



Vor 3 Jahren habe ich dann beschlossen, dass ich weiß wie es geht, jede Situation schon mal plastikfrei gemeistert habe und mich komplett umstellen kann. Der Umzug in meine eigene Wohnung hat es mir erleichtert, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Und weil ich immer wieder auf Probleme bei der Plastikvermeidung gestoßen bin und damals noch keine Lösungen im Internet finden konnte, habe ich im Januar 2015 auf Instagram angefangen über plastikfreie Alternativen zu berichten und etwas später in meinem Blog. 

Ich habe auch meine Mutter bei der Produktrecherche für ihren plastikfreien Laden unterstützt und wollte diese Chance nutzen, um noch mehr Leute daran teilhaben zu lassen, um ihre Gesundheit nicht mehr mit Plastik zu belasten und die Vermüllung der Welt zu stoppen. 



Wie beginnt man denn am besten mit dem plastikfreien Leben?

Man sollte sich am Anfang viel damit auseinandersetzen, warum man Plastik vermeiden möchte, und es nicht aus Zwang machen, denn dann ist es schwer durchzuhalten. Ich habe mich am Anfang regelrecht geärgert, wenn mir doch mal eine Plastiktüte beim Einkauf drunter gerutscht ist, aber dann habe ich es beim nächsten Mal einfach wieder besser gemacht. 


Auf welche ‚Plastik-Produkte’ hast du zuerst verzichtet?

Ich habe damit angefangen, immer eine Trinkflasche dabei zu haben, in die ich auch mal Kaffee reingießen lasse, um Coffee-To-Go Becher zu vermeiden. Ganz einfach finde ich es auch im Badezimmer, z.B. mit Zahnbürsten und Zahnpasta. Denn, es ist bei dir Zuhause; du kaufst einmal eine Alternative und sparst Plastik ein. Das ist einfacher als der tägliche Einkauf. Der dauert grundsätzlich etwas länger, weil man erst nach und nach Produkte findet, die man plastikfrei haben möchte. 

Es gilt grundsätzlich, Augen nach Alternativen offenhalten, und dann findet man immer mal wieder etwas, wie bspw. den Schafskäse im Glas, die Oliven im Feinkostladen...  

                     


Kochst du auch sehr viel, weil es manche Produkte nicht plastikfrei zu erwerben gibt?

Ja, ich habe gemerkt, manchmal ist es einfacher und schneller, die Dinge selber zu machen. Ich wollte z.B. Cracker und Aufstrich fürs Festival mitnehmen, allerdings konnte ich keine Cracker ohne Plastikverpackungen finden, also habe ich ein Rezept gegoogelt und es dauerte nur eine Viertelstunde sie herzustellen, waren also wahrscheinlich schneller als ein Einkauf. Und solche Grundzutaten wie Mehl, Zucker, Wasser hat man Zuhause – die eigene Herstellung kann also ganz schnell gehen, ohne stundenlange Suche in der Stadt. 

Wer trägt deiner Meinung nach die Verantwortung für den zunehmenden Plastikmüll?

Wir Konsument*innen tragen eine Hauptverantwortung. Denn wenn man nur auf die Politik schimpft, die etwas ändern soll und wartet bis gesetzlich etwas verboten wird, ist viel Zeit vertan und mehr Plastikmüll landet im Meer, v.a. weil es bereits Alternativen gibt. Als Konsument*in kann man zeigen, dass man Plastik nicht mehr möchte. Denn, wenn wir Konsument*innen die Produkte mit Plastik nicht mehr kaufen, dann ist bei den Firmen wahnsinnig schnell eine Lösung auf dem Tisch wie man ein Produkt doch plastikfrei gestalten kann. Natürlich muss auch politisch etwas passieren, aber man sollte sich nicht darauf ausruhen.

Kann sich jede*r ein plastikfreies Leben leisten?

Ich bin der Meinung, dass es sich jede*r leisten kann. Man hat teilweise größere Anfangsinvestitionen wie bspw. in eine Brotzeitbox aus Edelstahl, allerdings hält diese auch ein Leben lang, und man spart auf lange Sicht. Beim Lebensmitteleinkauf ist es wie bei plastikverpackten Lebensmitteln – es gibt Bioläden, in denen es teurer ist, aber man kann auch genauso gut plastikfrei vom Discounter nach Hause kommen. Als ich anfing ohne Plastik zu leben, habe ich eine Ausbildung gemacht und da war auch mal das Geld knapp und es hat trotzdem geklappt. Es kommt auf jeden Fall zu bewussteren Konsumentscheidungen, man kauft einfach weniger, weil man merkt, dass man vieles gar nicht mehr braucht.

                      
 

Nimmt ein plastikfreies Leben mehr Zeit in Anspruch?

Der Prozess plastikfrei zu werden ist natürlich zeitintensiv, um zu lernen was man für Alternativen verwenden kann, aber, wenn man sich einmal umgestellt hat, dann ist es nicht zeitaufwendiger, weil man genau weiß, wo man seine Produkte kaufen kann. Im Blog kann man sich viele Tipps in meinen kurzen Beiträgen holen. 

Gibt es Gesellschaftsgruppen, die sich besonders mit dem Thema Plastik beschäftigen?

Ich habe eine sehr junge Zielgruppe, zwischen 20 und 35 Jahren. 80% meiner Leser sind weiblich und auch wenn immer mehr Männer offen für das plastikfreie Leben sind, machen den Start oft die Frauen. Was ich auch merke, v.a. in dem Laden meiner Mutter ist, dass sich immer mehr werdende Eltern mit dem Thema auseinanderzusetzen, um Plastik für ihre Kinder und schließlich auch für sich selbst zu vermeiden.

Sagen dir die Agenda 2030 oder die SDGs etwas?

Sind das die 17 Ziele? [Ja, woher kennst du denn die 17 Ziele?] Ich kenne sie von Instagram. Ich poste aber nicht groß zu den Zielen, da vieles davon schon unbewusst gemacht wird. Ich stimme mit den Zielen vollkommen überein und finde sie gut, aber sie kamen nachdem ich schon angefangen habe, zu ihren Inhalten aktiv zu werden. 

Hier findest du das gesamte Interview im PDF Format.

Die Kampagne #StopUngleichheit wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt. Die inhaltliche Ausrichtung liegt jedoch in der alleinigen Verantwortung von WECF e.V., sie gibt unter keinen Umständen die Positionen der Europäischen Union wieder.

 

 


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