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Strukturelle Ungleichheiten zwischen Mann und Frau fördern die Gewalt gegen Frauen

#StopUngleichheit

22.06.2018 |




Susanne Winkelmann, 
Sprecherin MiMi - Mit Migranten für Migranten


#StopUngleichheit

MiMi zu SDG 3 - Gesundheit und Wohlergehen für Alle sicherstellen


Warum ist das Projekt MiMi-Gewaltprävention notwendig?

Nach den Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gewalt an Frauen und Kindern eines der größten Gesundheitsrisiken. Gerade geflüchtete Frauen und Migrantinnen sind davon besonders betroffen. Wir wollen, dass jede Frau, jedes Mädchen den gleichen Zugang zu Schutz und allen Angeboten erhält, um ihr Leben gewaltfrei und selbstbestimmt gestalten zu können. Denn: Gewalt ist nicht Teil einer Kultur.

 

Wer wird durch das Projekt MiMi unterstützt und wie? 

Bereits in 10 Bundesländern klären Migrantinnen, die meist selbst einen Migrationshintergrund haben, ihre Landsleute über die Gewaltprävention in Deutschland in ihren Muttersprachen auf. Somit überbrücken wir alle sprachlichen und kulturellen Barrieren. 

 

Was sind die häufigsten Ursachen für Gewalt?

Strukturelle Ungleichheiten zwischen Mann und Frau fördern die Gewalt gegen Frauen, die dann noch verstärkt wird durch:

  • ein bestimmtes Frauen- und Männerbild in patriarchalischen Gesellschaftshierarchien: Der Mann glaubt, er hab das Recht, über seine Frau, seine Töchter zu verfügen – wie sie sich kleiden sollen bis hin, was er ihnen körperlich antun darf; 
  • die Unterforderung: Geflüchtete Männer, die hier ankommen, werden durch Institutionen und Gesetze, die unbedingt für Ordnung sorgen, gehindert, gleich ihren Fähigkeiten nachzugehen, Schulen zu besuchen, eine Arbeit zu bestreiten etc. Viele sind von Betreuern abhängig und das lange Warte macht einige aggressiv; 
  • generelle Ungleichheiten auf der Welt: die ungerechte Verteilung von Wohlstand, die Armut etc.

Das sind alles Fakten, aber keine Entschuldigungen für die Gewalt.


Welche Auswirkungen hat Gewalt auf unsere Gesundheit?

Sexuelle, körperliche, psychische Gewalt hat immer Auswirkungen auf die Gesundheit, wie langanhaltende Traumatisierungen, Schuldgefühle, Angstzustände, Schlafstörungen, Depressionen. Aber auch Magengeschwüre, Thrombosen, Herzschmerzen, ständige Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen u.v.m. wurden auf körperliches, sexuelles und sexualisiertes Gewalteinwirken zurückgeführt.


Wird das Thema politisch aufgegriffen? Inwiefern macht Deutschland Fortschritte und wo hakt es noch besonders?

Natürlich ist das Interesse an einer erfolgreichen Integration auch innerhalb der Politik groß, dass die Menschen die Werte und Rechte unserer Gesellschaft annehmen. Dazu gehört, dass viele geflüchtete Männer im Umfeld der Frauen ihre Orientierung nach solchen zum Teil veränderten Werten akzeptieren. 


Welche konkrete politische Forderung haben Sie?

Wir fordern eine intensivere und nachhaltigere Wahrnehmung dieses Problems. Politik muss sich mit der Gleichstellungsthematik – frei von Kultur, Religion und Herkunft - noch ernsthafter befassen und handeln – siehe Artikel 3 des Grundgesetzes. Wir als Ethnomedizinisches Zentrum treten selbst gegen dieses Problem aktiv an. Seit 2017 bilden wir Männer zu Mediatoren aus, die dann deutschlandweit bei geflüchteten Männern und Migranten Aufklärung für ein gewaltfreies Miteinander betreiben. Die Männer sind hochmotiviert und das von unserem Geschäftsführer und Gewaltpräventions-Projekterfinder Ramazan Salman mit Prof. Dr. Dr. Ilhan Kizilhan (Universität Villingen-Schwenningen) gegründete Unternehmen läuft äußerst erfolgreich.


Welchen konkreten Beitrag können Bürger*innen leisten? 

Eine gesunde zwischenmenschlich aktive Partnerschaft in jeder Hinsicht hilft auf Fälle in der eigenen Paarbeziehung.  Ich glaube fest an ein beispielgebendes Verhalten.

 

Spielt die Agenda 2030 eine Rolle in Ihren Aktivitäten?

Ja natürlich! Wie müssen bei der Erziehung unserer Kinder anfangen. Gleichstellung, Kommunikation, gegenseitige Wertschätzung und das Recht auf das Streben nach Glück sind die Grundsteine für ein friedliches Leben. Unsere Kinder machen zwar nur 25 Prozent der Weltbevölkerung aus, aber sie sind 100 Prozent der Zukunft.

 

  

Die Kampagne #StopUngleichheit wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt. Die inhaltliche Ausrichtung liegt jedoch in der alleinigen Verantwortung von WECF e.V., sie gibt unter keinen Umständen die Positionen der Europäischen Union wieder.

 


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