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Erdüberlastungstag – „Earth Overshoot Day“ 2018

Mit dem 1. August 2018 überschreiten wir die natürlichen Ressourcen unseres Planeten

30.07.2018 |


Wie viele Ressourcen wir Menschen verbrauchen und wo die ökologischen Grenzen unseres Planeten liegen, verdeutlicht uns alljährlich der „Earth Overshoot Day“. Mit dem 1. August dieses Jahres überschreiten bzw. überschießen (overshoot) wir die natürlichen Ressourcen unseres Planeten. Die Menschheit hat dann soviel Natur verbraucht, wie die Erde in einem Jahr rechnerisch regenerieren kann.


Wir leben auf Kredit: 
Das Global Footprint Network hat berechnet (Stand Juli 2018), dass die Weltbevölkerung so lebt, als hätten wir 1,7 Erden zur Verfügung, d.h. wir verschulden uns bei den Ökosystemen, den künftigen Generationen und den besonders verwundbaren Menschen im Globalen Süden, die schon heute von den negativen Auswirkungen unseres Lebensstils betroffen sind. Wir nutzen mehr an natürlichen Ressourcen durch Überfischung, Rodung und CO2-Ausstoß in die Atmosphäre als nachproduziert wird. Die Konsequenzen dieser „Über-Nutzung“ sind ein Rückgang an Biodiversität, verschmutzte und leergefischte Meere, Erosion von fruchtbarem Boden und Klimawandel samt Folgeschäden. Der Erdüberlastungstag rückt jedes Jahr weiter nach vorne, d.h. wir entschulden uns nicht, sondern häufen sie an. 1987 war der Earth Overshoot Day am 19. Dezember, letztes Jahr am 2. August. Der Tag verdeutlicht, dass die gesamte Weltbevölkerung 1,7 Erden bräuchte, um den durchschnittlichen globalen Bedarf an natürlichen Rohstoffen nachhaltig zu decken.

  Quelle: https://www.wir-leben-nachhaltig.at/aktuell/detailansicht/erdueberlastungstag-
earth-overshoot-day-2018/

 

Wie sieht es in Deutschland und im weltweiten Vergleich aus?

Für Deutschland war der Erdüberlastungstag der 2. Mai. Er verdeutlicht, wie viele Ressourcen Deutschland anteilig an den globalen Ressourcen verbraucht. An diesem Tag würde die Welt ins ökologische Defizit geraten, wenn alle Menschen so leben und wirtschaften würden wie wir Deutschen, d.h. wir leben so, als hätten wir drei Erden. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland im oberen Viertel aller Länder. 

Zum Vergleich: Bei einem weltweiten Ressourcenverbrauch wie in den USA bräuchten wir fünf Erden, bei einem wie in China 2,2, in Frankreich 2,8 und in Großbritannien 2,9 Erden.

 
 Quelle: www.germanwatch.org/overshoot

Ursachen: In Deutschland tragen vor allem die hohen CO2-Emissionen in den Bereichen Strom, Verkehr und industrielle Landwirtschaft und der große Flächenbedarf zur Überlastung der Erde bei. In Deutschland sind die CO2-Emissionen seit 2009 nicht gesunken. 

Was können wir tun: Die Regierung muss den Rahmen und die Infrastruktur für ein ressourcenschonendes Wirtschaften schaffen und sich vom „Dogma des Wirtschaftswachstums“ verabschieden. Wenn sie die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und die im September 2015 von der UN verabschiedete Agenda 2030 ernst nehmen und mutig umsetzen, haben sie hierfür bereits sehr gute Rahmenbedingungen. 

Wir Bürger*innen müssen von unserer Regierung einfordern, die Agenda 2030 ernst zu nehmen und konsequent umzusetzen. Außerdem können wir durch unser Verhalten bei unseren täglichen Konsumentscheidungen (Verkehrsmittel, regionale Lebensmittel, weniger Fleisch, Ökostromanbieter, etc.) hier aktiv beitragen. 

Berechnen Sie Ihren eigenen Fußabdruck unter: 
http://www.footprintcalculator.org/ 


Hintergrundinformationen

Die Agenda 2030

Mit der Agenda 2030 hat die Weltgemeinschaft einen globalen Aktionsplan verabschiedet, der das Leben auf unserer Erde bis zum Jahr 2030 gerechter, gesünder, friedlicher und nachhaltiger gestalten soll. Gestützt wird dieser von den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, die auch Kernelement des Projekts „Make Europe Sustainable For All“ sind (http://makeeuropesustainableforall.org/) - einem dreijährigen Projekt, das von 26 Organisationen in 15 europäischen Ländern getragen wird und die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele durch ganzheitliche, interdisziplinäre und inklusive Maßnahmen auf allen Ebenen fordert. Das erste Projektjahr fokussiert sich auf die Bekämpfung von Ungleichheiten, denn Ungleichheit begegnet uns direkt vor unserer Haustür, in Deutschland, in Europa und auch weltweit. Ungleichheit hat viele Beteiligte und Betroffene, und hemmt gerechte und nachhaltige Entwicklung für alle.

Wie werden die Daten für den Erdüberlastungstag berechnet?

Die Daten werden vom „Global Footprint Network“ bereitgestellt, das schon seit sehr vielen Jahren den globalen Überlastungstag berechnet. Dort arbeitet man mit Zahlen der Vereinten Nationen. Etwa 15.000 Datenpunkte pro Land und Jahr fließen in die Berechnung ein. Eingerechnet werden der CO2-Ausstoß, das benötigte Ackerland, Waldflächen, Weideland, Fischgründe sowie die bebaute Fläche. Dabei wird jeweils das verbrauchte biologische Material (in Tonnen) dem Ertrag der Fläche (in Tonnen pro Hektar) gegenübergestellt. Der ökologische Fußabdruck eines Landes ergibt sich aus der gesamten Fläche, die benötigt wird, um den Ressourcenverbrauch und die Aufnahme von Emissionen und Abfall zu gewährleisten. Die Maßeinheit für den ökologischen Fußabdruck ist der so genannte globale Hektar, der die durchschnittliche Produktivität einer Fläche weltweit in einem Jahr beziffert. Diese Maßeinheit ist sinnvoll, da sonst unterschiedlich ertragreiche Flächen in verschiedenen Regionen der Welt nicht miteinander verglichen werden können.

Welche Ressourcen werden NICHT eingerechnet?

Es werden nur nachwachsende natürliche Rohstoffe in die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks einbezogen, d.h. keine mineralischen Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Mineralien, Metalle und Erze. Ebenso wenig wird der reine Süßwasserverbrauch einkalkuliert, sondern stattdessen die benötigten Wasserflächen, um natürliche Ressourcen (z.B. Fisch) zu regenerieren.

Links:

https://www.overshootday.org/
https://www.footprintnetwork.org/

Hier finden Sie die Pressemitteilung im PDF Format.

Das Projekt 'Make Europe Sustainable for All' wird von der Europäischen Kommission finanziell unterstützt. Die inhaltliche Ausrichtung liegt in der alleinigen Verantwortung von WECF e.V., sie gibt unter keinen Umständen die Positionen der Europäischen Kommission wieder.


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