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Kernfrage - Insider berichten über ihre Erfahrungen mit der Kernenergie - jetzt auch in tschechisch

Eine Publikation, die die realen und erschreckenden Konsequenzen der Atomenergienutzung aufzeigt Jetzt als aktualisierte Ausgabe in tschechischer Sprache erhältlich

17.05.2014




Der Supergau in Tschernobyl jährte sich zum 28. Mal, vor drei Jahren kam es zum großen Unglück in Fukushima. Weltweit hat sich hinsichtlich der Frage zur Nutzung der Atomenergie jedoch wenig geändert. Im Gegenteil: weitere Ausbaupläne wurden geschmiedet, obwohl die Gefahren, die die Atomkraft mit sich bringt, nach wie vor nicht zu verantworten sind. Ein Ausstieg ist weltweit erforderlich!
 
Zusammen mit internationalen Partnern setzten wir uns deshalb konsequent für die Beendigung der Nutzung der Kernenergie auf der ganzen Welt ein und haben unsere Erfahrungen und Informationen schon vor einigen Jahren in der Publikation "Die Kernfrage" zusammengefasst. Die österreichisch-tschechische Organisation "Sonne + Freiheit" hat diese nun ins Tschechische übersetzen lassen und um wichtige Kapitel über Fukushima und die Situation in Tschechien ergänzt. Ab sofort ist diese Version nun bei uns und auf der Homepage von „Sonne und Freiheit“ als pdf-download verfügbar.

Entgegen weltweiter Trends hat sich in Deutschland mit der Katastrophe in Fukushima einiges geändert. Die Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke wurden ausgesetzt und ein Ausstieg der neun, sich noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke spätestens bis zum Jahre 2022 wurde von der Bundesregierung beschlossen. Drei Jahre sind seither vergangen und das Ausmaß der Katastrophe ist bei vielen Politikern und auch in Teilen der Bevölkerung offensichtlich bereits in Vergessenheit geraten. Steigende Strompreise werden oftmals mit den Kosten für den Atomausstieg und dem daraus resultierenden notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien in Verbindung gebracht. Diese Argumentation führt nicht selten dazu, dass die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung sinkt.
 
Die nach Fukushima durchgeführten Stresstests an allen Atomkraftwerken in der EU, der Schweiz und der Ukraine zeigten, dass die Sicherheitsstandards in zahlreichen Atomkraftwerken schwere Mängel aufweisen.
Hierunter fallen zum Beispiel zwei tschechische Atomkraftwerke. Das AKW Temelin ist sehr störanfällig. Seit Baubeginn Ende der 80er Jahre gab es dort bereits über 130 meldepflichtige Störfälle. Sogar die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) spricht von “zahlreichen Defiziten und Verbesserungsnotwendigkeiten”. Ohne Containment (Schutzhülle) an den vier Blöcken im AKW Dukovany, wie es für westliche Reaktoren vorgeschrieben ist, ist die Sicherheit dort nur mangelhaft gewährleistet. Gegen austretende Radioaktivität bei schweren Unfällen im Reaktor sowie gegen Einwirkungen von außen, wie zum Beispiel bei einem Flugzeugabsturz, besteht kein ausreichender Schutz.
Die Probleme und Risiken, die von Atomkraftwerken asugehen, sind der Bevölkerung in der Tschechischen Republik häufig nicht bewusst. Oft wird die Atomkraft in den Medien und der Politik sogar als positiv dargestellt und findet viele Unterstützer(innen).

Eine fundierte Information über die realen Konsequenzen der Kernenergie ist deshalb gerade dort von besonderer Bedeutung. Die aktualisierte Version der „Kernfrage“ in tschechischer Sprache macht diese nun für alle Interessierten verfügbar.

Sie kann HIER runtergeladen werden.

In unserer Veröffentlichung berichten Insider über Ihre Erfahrungen mit der Kernenergie. Wir laden wir Sie ein auf eine Reise auf den Spuren des Urans – des Rohstoffs der Kernenergie: Woher kommt unser Atomstrom? Was steckt dahinter? Welche Auswirkungen gibt es und wer ist davon betroffen?

Kernstück des Buches sind Interviews mit Insidern - Männern und Frauen aus betroffenen Orten auf der ganzen Welt (Wismut, Asse und Schönau/Deutschland, Mosul/Irak, Fessenheim/Frankreich, Belene/Bulgarien, Majak und Swerdlowsk/Russland, Tschernobyl/Ukraine, Rongelap/Marshall-Inseln, Sellafield/England, etc.), die über ihre persönlichen Erfahrungen mit der Kernenergie erzählen.
Die Berichte behandeln dabei die gesamte Prozesskette des Urans, von der Mine über das Kernkraftwerk bis hin zur Lagerung.

Sonne + Freiheit arbeitet grenzüberschreitend vor allem in Österreich und Tschechien. Der Verein organisiert u. a. Übersetzungen von relevanten Publikationen, verknüpft den Atomwiderstand mit Aspekten von Kultur und der Energiewende hin zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energiequellen und vergibt anlässlich der österreichischen Volksabstimmung am 5.11. 1978 gegen die Inbetriebnahme des bereits fertig gestellten AKWs Zwentendorf jährlich grenzüberschreitend einen Anerkennungspreis, der sich aus Erträgnissen von Sprachkursen finanziert.

WECF, Women in Europe for a Common Future, arbeitet seit 20 Jahren vor allem in Osteuropa, Zentralasien sowie dem Kaukasus und ist gleichzeitig auf dem internationalen politischen Parkett zuhause, um ein Ziel zu erreichen: eine gesunde Umwelt für alle.