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Vision & Strategie

Nahezu 2,6 Millionen Menschen weltweit haben heute noch nicht einmal grundlegende Sanitärsysteme. 900 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Daher ist es unwahrscheinlich, dass das Millennium Development Goal (Jahrtausend-Entwicklungsziel) Nummer 7 der WHO (World Health Organization, Weltgesundheitsorganisation), die Zahl der Betroffenen bis 2015 zu halbieren, eingehalten wird. Weltweit führen fehlende Sanitärsysteme und verschmutztes Wasser zu 1,4 Millionen vermeidbaren Todesfällen jährlich, meist bei Kindern unter fünf Jahren. Sogar in der Europäischen Union fehlen noch rund 20 Millionen Menschen sichere Sanitäreinrichtungen: In Bulgarien betrifft dies 2,1 Millionen Landbewohner und in Rumänien nahezu die halbe Bevölkerung, 10,4 von 21,7 Millionen Einwohnern. Zusätzlich haben 120 Millionen Menschen in der WHO-Europaregion keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. 14000 Kinder in der Region sterben jedes Jahr an Krankheiten, die durch unsauberes Wasser übertragen werden.

Die WECF-Wasserüberwachungsprogramme für die ländlichen EECCA-Regionen haben bewiesen, dass viele ländliche Trinkwasserbrunnen durch menschliche Fäkalbakterien und Nitrate verseucht sind. Das liegt an dem verbreiteten Missmanagement menschlicher und tierischer Ausscheidungen. Diese Verschmutzungsfaktoren tragen wesentlich zu wiederkehrenden Magen-Darm-Erkrankungen und Kindersterblichkeit bei. Es fehlen Schutzstrategien für die Wasserressourcen, geeignete Werkzeugen und Gesetze.

Ein Schlüsselfaktor besteht darin, dass ländliche Gebiete keine Abwasserkanäle haben. Es werden zudem nicht nachhaltige Sanitäreinrichtungen wie Plumpsklos und löchrige, septische Tanks verwendet, die häufig das Trinkwasser verseuchen und die Gesundheit bedrohen.

WECF hat zwei nachhaltige Sanitärsysteme demonstriert: Urintrockentrenntoiletten (Urine Diverting Dry Toilets, UDDTs) und Pflanzenkläranlagen oder Bodenfilter. Beide schützen Trinkwasserquellen und ermöglichen gleichzeitig die sichere Wiedergewinnung von Nährstoffen, entweder als effizienten Dünger oder als Biomasse. Nachhaltige Sanitärsysteme sind an die Auswirkungen des Klimawandels wie Dürren oder Hochwasser besser angepasst, sie verbrauchen im Betrieb weniger Strom und ersetzen kohlenstoffintensiven synthetischen Dünger. Dezentrale nachhaltige Sanitärsysteme passen deshalb sehr gut in die nationalen Klimaschutz- und Anpassungsprogramme. Hindernisse auf der politischen Ebene liegen im fehlenden Bewusstsein über die Möglichkeiten, die dezentrale, nachhaltige Sanitärsysteme bieten, infolgedessen einem Mangel an Gesetzen zum Schutz von Wasserressourcen und zur Wiederverwendung menschlicher Ausscheidungen.